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Im Landesliga-Zwirn in der C-Klasse: Wenn das „Ampelmännchen“ zur Legende wird oder Herren 3 gegen Medebach HC

Die Chronik dieses denkwürdigen Spieltages gegen den HC Medebach begann eigentlich schon
am Freitagnachmittag mit einer Bewerbung, die jedem Headhunter die Tränen in die Augen
getrieben hätte. Everal (Steffen Paul… damit die Jüngeren Leser wissen wer gemeint ist) schickte
eine Sprachnachricht an unseren MV, die vor Nostalgie und Verzweiflung nur so triefte:
„Hallöchen, du sag mal habt ihr morgen noch nen Platz auf der Bank für mich, dass ich
mal so 10 min spielen kann oder so sag mal bitte bescheid weil ich möchte doch
noch einmal spielen mit Euch zusammen.“
Unser MV Leon Hampe bewies Herz und antwortete in der ihm eigenen, romantischen Art:
„Hasi für dich haben wir immer ein Plätzchen frei wird nur nichts mit deiner
Trikotnummer weil Nils Rose sich ja die Schulter raus hauen musste in deinem Trikot.“
Dass Nils sich beim Versuch, ein Trikot unfallfrei über den Kopf zu ziehen, fast selbst invalide
gemacht hat, setzte den Ton für das, was kommen sollte. Wer braucht schon fitte Spieler, wenn man
Charisma hat?
Waschmuffel, Logistik-Götter, der historische Dosenöffner und eine getroffene
Nase
Am Spieltag selbst folgte der nächste Schock: Wer glaubte, wir würden in unseren gewohnt dezent
nach Schweiß (und gnadenlosem Erfolg) duftenden Trikots auflaufen, hatte die Rechnung ohne die
Waschkünste des MV´s gemacht. Die Trikots waren so nass, dass man darin eher hätte
Seepferdchen-Urkunden sammeln (oder vom 5er Brett springen) als Handball spielen können. Ein
dicker, fetter Strich auf der Liste für Leon!
Doch nicht verzagen, „Schmitti“ fragen! Dank Familie Schmittat wurden kurzerhand die Ersatz-
Trikots der Herren 1 herbeigezaubert. Plötzlich standen wir da: Mit feinstem Landesliga-Zwirn in
der C-Klasse. Die Optik sagte „Sexy wie immer“, die Aufwärmbewegungen schrien eher nach
„AOK-gib uns Neue Körper“. Aber mit so viel edlem Stoff auf der Haut kann eigentlich nichts
schiefgehen.
Das Spiel in der Hölle des Nordens begann dann direkt mit einem handfesten Witz: Leon Hampe
traf zum 1:0. In der Halle blieben kurzzeitig die Uhren stehen, Fans rieben sich die Augen – Leon
traf tatsächlich mal wieder! Dass er als MV den Dosenöffner gibt, hat ja auch lange genug auf sich
warten lassen. Wahrscheinlich wollte er nur sichergehen, dass das Landesliga-Trikot auch mal ein
Tor aus der Nähe sieht. Leider bekam unser Platz 4 der Torschützen Liste von uns einen
unglücklichen Treffer auf die Nase. Gute Besserung Torben! Naja, vielleicht besser so, ihn hätte
keiner vor Rot oder Rot-Blau abhalten können.
Abwehr-Bollwerke und die 7-Meter-Inflation
Die Defensive stand diesmal erstaunlich stabil, was vor allem an der soliden Arbeit von Mirco
Kilian, Luan „Maschine“ Stracke und unserem „Leihgabendebütanten“ Domenik Schulz lag.
Domenik wollte sich eigentlich nur für die Zweite warmspielen, lieferte aber nicht nur extrem
ansehnliche Tore ab, sondern pünktlich zum Halbzeitpfiff auch einen „Monster-Block“, der
wahrscheinlich noch in der nächsten Saison als Lehrvideo für körperlose Gewalt dienen könnte.
Danke an die Schiedsrichterin, man muss sie loben, allerdings haben wir als Team „noch nie so
viele Siebenmeter gepfiffen bekommen bei Abwehr im Raum“. Wahrscheinlich wirkte unsere
Präsenz in den Halb Profi-Trikots so einschüchternd (vielleicht lag es auch an Dennis seiner Aura),
dass jeder Schritt Richtung Kreis direkt als Grenzverletzung gewertet wurde. Wenn es zu brenzlig
wurde, waren Nils und Dennis zur Stelle – unsere diplomatischen Brecher in der Brandung.
Während sich andere über komische Pfiffe aufregten, fungierten die beiden als offizielle
„Runterbringer“ und sorgten dafür, dass keiner vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
Vom Legenden-Comeback zur unbeweglichen Wunderparade
Nach dem Seitenwechsel durften die Legenden ran. Dennis Winkler, der „Unabsteigbare“ (man
frage in Hersfeld nach!), brachte zwar keine Tore, aber so viel „Persönlichkeit“ auf die Bank, dass
die Medebacher zeitweise vergaßen, in welche Richtung sie spielen mussten. Und dann kam
„Everal“ Steffen Paul: In einem Trikot, das nicht seine Nummer zierte(Danke Nils), aber er netzte
direkt zweimal ein.
Der absolute Gipfel der Unmöglichkeit war jedoch unser Keeper Leon Pascal Ney. Normalerweise
ist er unser unbezwingbarer Andi Wolff, aber in einer Situation wurde es urkomisch: Aus Fairness
wollten wir Medebach ein Tor geben, da sie vorher drei Tore nicht bekamen, weil die Schiri-Pfeife
etwas zu voreilig waren. Leon stellte sich beim 7-Meter also hin „wie das Ampelmännchen bei
Rot“ – komplett regungslos und steif. Und was macht der Gegner? Er trifft exakt Leons Hand! Der
Junge hält Bälle, selbst wenn er aktiv versucht, sie reinzulassen. Das ist kein Talent mehr, das ist ein
Fluch!
Zahlen-Akrobaten und die „Damen-Quittung“
Während Tilo „Mister Twiste“ Schmidt (der laut Ticker seine 100%-Quote mit 8 von 8
Siebenmetern hielt – auch wenn da wohl ein bisschen geschummelt wurde 😉 ) und Oberstudienrat
Tönepöhl (mit eiskalten 10 von 10, ganz ohne Schummeln!) ihre Quoten polierten, sorgten die ein
oder anderen Jungs der Herren 1 mit Trommeln für ein wenig Stimmung. Ein fettes Danke geht wie
immer an unsere treuen Fans Alex und Michaela sowie an die Freunde aus Medebach, die tapfer
mit nur einem Auswechselspieler angereist sind.
Aber jetzt mal Tacheles: Damen 1, das war eine Frechheit! Wir sind bei jedem Spiel als Hools da,
und ihr legt eure Abschlussfahrt auf unseren letzten Spieltag? Das wird teuer, Mädels. Wir erwarten
eine flüssige Entschädigung beim nächsten Mal, sonst bleibt die Nordkurve leer!
Am Ende hieß es 25:17. Die dritte Halbzeit wurde souverän gewonnen (alles andere wäre auch
nur enttäuschen