7 Fragen an … Ufuk Kahyar Trainer Damen I
1. Wie würdest du deine Spielphilosophie in wenigen Sätzen beschreiben?
Geht es dir mehr um Tempohandball, eine starke Abwehr oder technische Finesse?
Natürlich sollte meiner Meinung nach jeder Trainer eine Spielphilosophie haben aber ich finde ,es muss auch zur Mannschaft passen.
Eine starke Abwehr ist oft der unterschätzte Grundstein für den Erfolg! Sie bringt Struktur ins Spiel und eröffnet Konterchancen.
Der Tempohandball ist natürlich spektakulär und sorgt für sehr schnelle Situationen im Spiel, in denen Spieler Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen müssen.
Von daher ohne die harte Abwehrarbeit bringt ein gutes Tempospiel nichts.
2.Was ist dir im Training besonders wichtig – Technik, Taktik oder Teamgeist?
Wie sieht für dich eine ideale Trainingseinheit aus?
Ich finde ohne Vertrauen, Kommunikation und Zusammenhalt bringt die beste Taktik oder Technik wenig.
Ein Team, das füreinander kämpft, ist schwer zu schlagen, auch gegen individuell stärkere Gegner.
Ich habe aber auch den Luxus dass ich eine Mannschaft mit einem super Teamgeist trainieren darf!
Für mich ist die Technik die Basis. Wer sauber passt, sicher wirft und Bewegungen automatisiert hat, kann sich im Spiel auf die Wesentliche Dinge konzentrieren.
Die Taktik macht oft den Unterschied auf höherem Niveau. Ob eine 6:0 oder die 3:2:1-Abwehr oder ein einstudierter Spielzug im Angriff, die Taktik bringt Struktur und Optionen ins Spiel.
3. Wie motivierst du dein Team – besonders in schwierigen Phasen oder nach Niederlagen?
Gibt es Rituale, Ansagen oder persönliche Gespräche?
Natürlich haben wir unsere Rituale.
Vor und nach dem Spiel.
Die Motivation ist in schwierigen Phasen oft wichtiger als in guten.
Da zeigt sich auch, wie stark ein Team wirklich ist.
Wenn das Team weiß, dass du auch in schwierigen Momenten hinter ihr stehst, sind echte Motivationsimpulse viel wirksamer.
Nach einer Niederlage hilft keine Schönrederei, aber auch kein Draufhauen.
Manchmal läuft es von alleine und manchmal muss man halt auch mal etwas laut werden 😉
Klare, ehrliche Ansagen – aber konstruktiv!
4. Was ist dir in der Entwicklung junger Talente am wichtigsten?
Was sollten junge Spieler früh lernen, um sich langfristig zu verbessern?
Die Arbeit mit Talenten ist immer erfrischend.
Ohne gute Technik fehlt später das Fundament, egal wie stark oder schnell jemand ist.
Wir versuchen dann beim Schritt in den Seniorenbereich die Themen mehr Geschwindigkeit und Härte zu trainieren um die jungen Talente ins Spiel integrieren zu können.
5. Was war bislang die größte Herausforderung deiner Trainerkarriere – und wie bist du damit umgegangen?
Die größte Herausforderung war für mich natürlich der Aufstieg von der Landesliga in die Oberliga und das erste Jahr in der Oberliga mit den 7 Absteigern !
Natürlich muss ich sagen , wie toll die Mannschaft das gelöst hat in dem Aufstiegsjahr und den darauf folgenden Jahren !
6.Wie bereitest du dich auf den nächsten Gegner vor? Nutzt du Videoanalysen oder konzentrierst du dich eher auf das eigene Spiel?
Die Analyse der Gegner ist die Grundlage jeder Spielvorbereitung.
Wir haben jeden Freitag vor dem Spiel eine Vorbesprechung mit der Mannschaft in der wir verschiedene Spielsituationen durchgehen und wie der kommende Gegner sich verhält.
Die Vorbereitung ist für das Trainerteam sehr aufwendig weil wir auch immer das letzte Spiel nochmal anschauen aber die Arbeit zahlt sich aus.
Erwähnen sollte ich auch dass die Spielerinnen auch selber Videoanalysen machen.
7. Was bedeutet Handball für dich persönlich – und warum hast du dich entschieden, Trainer zu werden?
Handball ist einfach mein Sport.
Als Spieler war der Fokus auf die eigene Leistung!
Als Trainer bist du verantwortlich für ein ganzes Team.
Du gestaltest, entwickelst, motivierst!
Du hilfst anderen, über sich hinauszuwachsen.
Als Trainer kann ich einfach eine Mannschaft und Spieler entwickeln. Das ist zwar oft harte Arbeit aber wenn man dann erfolgreich ist, dann macht es einfach nur Spaß.
Und ich glaube daran, dass man als Trainer prägen kann, über Jahre hinweg.
